Classic Bodensee
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BEGINN DER DAMPFSCHIFFFAHRT

BEGINN DER DAMPFSCHIFFFAHRT

Der Bodensee ist zwar nur der drittgrößte See in Europa, besitzt aber heute die größte europäische Binnenflotte.
Bereits in der Bronzezeit siedelten Menschen in Pfahlbauten an den Ufern des Sees und befuhren diesen mit einfachsten Holzbooten, Einbäumen und Flößen. Während der Römerzeit entstanden die heutigen Städte Bregenz und Konstanz an den wichtigen Römerstraßen, die Italien mit Germanien verbanden. Mit Segelschiffen und Galeeren wurde der See überquert und Fracht transportiert. Im Mittelalter und in der späteren Zeit wurden die Segelschiffe, sogenannte „Lädinen" zu wichtigen Transportmitteln für den Warenverkehr und die Uferbewohner.
Noch bis Ende des 19. Jahrhunderts wurden Waren auf dem See mit Lädinen befördert.

DAS ERSTE DAMPFSCHIFF

In Amerika wurde 1786 zum ersten Mal eine Dampfmaschine zum Antrieb eines kleinen Schiffes verwendet.
1807 erregte die Fahrt der „Clermont", des ersten Seitenraddampfers der Welt Aufsehen, als das vom amerikanischen Erfinder Robert Fulton gebaute Schiff die 240 Kilometer von New York nach Albany in 32 Stunden bewältigte. Gute zehn Jahre später sah der Konstanzer Spinnereibesitzer Johann Caspar Bodmer eine Abbildung eines Dampfschiffes in der Zeitung und wurde von der Idee besessen, ein Dampfschiff für den Bodensee zu bauen. Er konnte mehrere einflussreiche Persönlichkeiten dazu bringen ihm die nötigen finanziellen Mittel zu besorgen und so begann im Winter 1817 der Bau des Schiffes. Im Frühjahr 1818 ging Bodmer das Geld aus und so wurde die in England georderte Dampfmaschine in Rotterdam zurückbehalten. Bodmer baute in seiner Not eine kleine Dampfmaschine aus seiner Fabrik ein. Die ersten Probefahrten führten das Schiff durch den Seerhein in den Untersee und zurück. Am 29. April 1818 beging man feierlich die Jungfernfahrt des auf den Namen „Stephanie" getauften Schiffes. Nach vier Stunden erreichte man Meersburg. Auf der Rückfahrt nach Konstanz fiel die zu schwache Maschine entgültig aus, und die Ehrengäste mussten zu den Rudern greifen um nach Hause zu kommen. Bodmer flüchtete vor seinen Gläubigern nach Württemberg und ließ das Schiff zurück. Die „Stephanie" lag bis 1821 im Konstanzer Seerhein und wurde dann versteigert und abgebrochen. So endete das kurze Dasein des ersten Bodenseedampfschiffes.

1824 – DAMPFSCHIFF WILHELM

Aber die Idee eines Dampfschiffes auf dem Bodensee war nicht vergessen. Der Stuttgarter Verleger Cotta machte, angeregt vom Amerikanischen Konsul Edward Church dem Württembergischen König Wilhelm I den Vorschlag zur Gründung einer Bodenseeschifffahrt. Der König war begeistert und man begann 1824 mit dem Bau eines Dampfschiffes. Am 10. November 1824 wurde das offiziell erste Dampfschiff des Bodensees in Dienst gestellt und auf den Namen „Wilhelm" getauft. Das Schiff war 32 Meter lang und hatte einen Holzrumpf. Es konnte 124 Personen aufnehmen und bediente fortan die Strecke Friedrichshafen-Rorschach/Romanshorn.

Knapp einen Monat später wurde im bayrischen Lindau der Dampfer Max Joseph, ebenfalls von Cotta und Church und mit Unterstützung des bayrischen Königs in Dienst gestellt. Doch im Gegensatz zu den Württembergern wo der König den Schiffer-Zünften die Schiffsrechte gegen eine lebenslange Leibrente abgekauft hatte gab, es Ärger mit den Lindauer Schiffern, so dass die „Max Joseph" 1825 nach Konstanz verlegt wurde, von wo aus sie sowohl den Ober- als auch den Untersee und den Rhein bis Schaffhausen befuhr. Anfang der 30er Jahre des 19. Jahrhunderts waren aber die Holzrümpfe der beiden Schiffe von den Dampfmaschinen so in Mitleidenschaft gezogen worden, dass sie erneuert werden mussten. Die „Max Joseph" wurde abgebrochen, die „Wilhelm" bekam dagegen einen neuen Rumpf.

DAMPFSCHIFFFAHRT FÜR BODENSEE UND RHEIN
Am 12. Juli 1830 wurde in Konstanz die Dampfschifffahrtsgesellschaft für Bodensee und Rhein gegründet, die 1832 die beiden Glattdeckdampfer Leopold und Helvetia in Dienst stellte. Die „Leopold" befuhr den Obersee und den Überlinger See, wohingegen die „Helvetia" den Untersee und den Rhein bis Schaffhausen befuhr.

1835 wurde in Lindau die bayrische Dampfboot-Gesellschaft gegründet, die 1837 mit dem Glattdeckdampfer (GD) Ludwig, dem ersten Bodenseeschiff mit einer Eisenschale, den Schiffsverkehr aufnahm.

Ihm folgte 1839 das zweite Eisenschiff, der württembergische Dampfer Kronprinz, der 1864 in König Karl, und 1890 in Württemberg umbenannt wurde.

In den Jahren 1840/41 erneuerten die Konstanzer ihre Flotte. Die Dampfer Leopold und Helvetia wurden bis 1843 durch Neubauten mit einer Eisenschale ersetzt ( GD Leopold II und GD Helvetia II) und die Flotte durch den GD Stadt Constanz erweitert.

Der Konkurrenzkampf zwischen den Badenern und den Bayern veranlasste die Lindauer Dampfbootgesellschaft in den Jahren 1840, 1845 und 1847 ihre Flotte durch die Dampfer Concordia, Maximilian und Merkur zu vergrößern.

Die Streitereien, die 1842 dazu führten, dass der 1837 geschlossene badisch-bayrische Gemeinschaftsvertrag gekündigt wurde, veranlasste die Bayern dazu, Konstanz nicht mehr anzufahren. Es gab drei verschiedene Fahrpläne, und es kam vor, das zwei Schiffe gleichzeitig zum selben Ziel ausliefen. Dadurch kam es zu regelrechten Kämpfen um Fahrgäste und Ladung.

Erst im Winter 1846/47 konnten die drei Schifffahrtsunternehmen eine Einigung erzielen und einen gemeinsamen Fahrplan erstellen.

1847 stellte die Friedrichshafener Dampfbootgesellschaft ihren dritten Dampfer in Dienst, den GD Königin von Württemberg. Ein Jahr später wurde der altersschwache Dampfer Wilhelm ausgemustert. Ein neuer Dampfer mit diesem Namen wurde 1851 gebaut.

1850 wurde in Schaffhausen eine neue Schifffahrtsgesellschaft gegründet. Diese übernahm mit den 1851, 52, 53 und 54 gebauten Dampfern Stadt Schaffhausen, Rhein, St. Gallen und Bodan den bis dahin von den Konstanzer betriebenen Schiffsverkehr von Schaffhausen nach Konstanz.

 
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